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Kneipp ... Die Wassertherapie!

...... das können Sie auch zu Hause machen!

Die Kneipptherapie beruht im Wesentlichen auf den fünf Säulen der Naturheilkunde, also Licht, Luft, Wasser, Diät und Bewegung, wobei die Wassertherapie (Hydrotherapie) ein zentraler Bestandteil ist. Das Verdienst des Pfarrers Sebastian Kneipp um diese Therapie ist beträchtlich. Er hat überliefertes Wissen durch seine Erfahrungen ergänzt und so eine bis heute vielfach angewandte und bewährte Therapie- und Kurform geschaffen. Mehr über Sebastian Kneipp erfahren Sie auf den Seiten von Kloster Arnberg.

Das Prinzip der Wassertherapie

Kaltwasser:

Kaltes Wasser zieht zusammen, steigert also die Spannung (z. B. den Blutdruck). Anschließend kommt es bei Erwärmung und nachlassender Spannung zu einer vermehrten Durchblutung.

Warmwasser:

Warmes Wasser erweitert die Gefäße und sorgt für eine vermehrte Durchblutung. Im Gegensatz zum kalten Wasser nimmt es Spannung, löst also Verspannungen und senkt den Blutdruck. Entzündungen werden dagegen gefördert.

Kneipp´sche Anwendungen

  • Vollbäder mit Zusätzen (mehr...)

Prießnitz – Leberwickel

Sie benötigen drei Tücher: Leinen, Molton und Wolle. Das Leinentuch wird mit kaltem Leitungswasser getränkt. Darüber kommt ein etwas größeres Moltontuch und zuletzt ein noch größeres Wolltuch. In der Regel bleibt man damit eine halbe Stunde am Tag liegen. Danach muss die Haut richtig warm sein. Ist sie es nicht, legt man eine Wärmflasche unter die Achillessehnen oder man macht einen warmen Wickel.

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Güsse sind abhärtend, erhöhen die Spannung z. B. bei Krampfadern, niedrigem Blutdruck. Man schraubt den Duschkopf ab und hat damit einen guten Schlauch für Güsse. Für Diejenigen, die es perfekt machen möchten, gibt es spezielle Tüllen, die man auf den Duschschlauch aufschrauben kann. In bestimmten kreisenden Bewegungen gießt man nun von unten bzw. herzfern nach oben.

Allgemeine Regeln für Güsse:

  • Führen Sie nie einen kalten Guss auf kalte Haut oder bei Kältegefühl oder Frösteln aus. In solchen Fällen warm vorgießen, oder besser noch – wie zu Kneipps Zeiten – sich mit Bewegung die nötige Körperwärme holen.
  • Der Gussraum muss gut warm sein. Kein Zugwind!
  • Die Anwendung in Ruhe und Konzentration durchführen. Motto: "Beim Guss halts Maul, sonst ist die Wirkung faul." (S. Kneipp)
  • Vor dem Guss ein- und mit Beginn des Gusses langsam wieder ausatmen. Ruhig weiteratmen.
  • Nie unmittelbar nach dem Essen oder vor/nach körperlichen Anstrengungen gießen.

Wassertreten

Wassertreten kann man sicher nicht zu Hause machen, aber vielleicht kommen Sie mal ein einem Bach vorbei. Das Wasser sollte 3/4 der Wade tief sein und eine Temperatur von 10-18°C haben. Man schreitet wie ein Storch, indem man den Fuß beim Gehen ganz aus dem Wasser nimmt. Aber bitte nur mit dem Wassertreten beginnen, wenn Sie warme Füße haben. Am Anfang etwa eine Minute Wassertreten. Aufhören muss man, wenn es in den Beinen etwas schmerzhaft zieht. Danach mit warmen Strümpfen kräftig gehen. Das gehört unbedingt zum Wassertreten dazu.

Wassertreten gibt Spannkraft, härtet ab und fördert die Durchblutung.

Ansteigende Bäder

Ansteigende Bäder werden immer als Teilbad durchgeführt. In der Regel sind es die Arme oder die Füße. Ansteigend heißt mit der Temperatur ansteigend. Dazu nimmt man angenehm warmes Wasser und lässt ganz heißes langsam hinzulaufen. Die Temperatur sollte in der Minute um ca. 1 °C ansteigen. Aber auf jeden Fall so, dass es nicht unangenehm ist. Durch das langsame Ansteigen erreicht man eine Temperatur von ca. 45°C. Diese Bäder werden einmal täglich fünf Tage hintereinander durchgeführt, dann 2 Tage Pause. Vier Serien à fünf Tage ergeben eine komplette Kur.

Diese Bäder erhöhen die Durchblutung und entspannen. Durch kaltes Abwaschen als Abschluss werden zusätzlich die Blutgefäße trainiert. Armbäder führen zu einer Verbesserung der Durchblutung und Weitung der Gefäße des Herzens und der Arme und – als konsensueller Effekt  –  auch der Beine. Fußbäder steigern die Durchblutung der Beine und Nieren (Cutovisceraler Reflex) und des Nasen-Rachenrings (Reflexbogen von der Nieren).

Achtung: Bei sehr starken Durchblutungsstörungen oder sehr starken Krampfadern sollte man keine ansteigenden Bäder an diesen Gliedmaßen durchführen!

Kohlensäurebäder

Auch die Kohlensäurebäder sind etwas komplizierter, aber man kann sie durchaus zuhause durchführen. Normalerweise wird das Gas durch Schläuche geführt, bis es am Boden der Wanne herausperlt. Aber es gibt auch Pulver zu kaufen, das CO2 freisetzt. (z.B. Kohlensäurebad Bastian®)

CO2  (Kohlensäure) reizt die Kälterezeptoren der Haut. So kann man bei einer geringeren Wassertemperatur baden, was das Herz entlastet. Kohlensäurebäder lindern Bluthochdruck, funktionelle Herzbeschwerden, rheumatische und degenerative Gelenkserkrankungen und verbessern die Durchblutung. Allerdings nur bei regelmäßigen Bädern, mehr als zehn sollten es nicht sein. Die Dauer eines Bades beginnt mit drei bis fünf Minuten und kann dann auf bis zu 20 Minuten gesteigert werden.

Vollbad

Das medizinische Vollbad wird bei ca. 37°C durchgeführt. Bei Herzkranken sollte die Temperatur unbedingt niedriger sein, denn die Wärme und der Wasserdruck belasten das Herz sehr. Ein Kaltbad liegt bei 25°C.

Zusätze

Einsatz

Baldrian

Unruhe, Schlafstörung, Verspannung

Melisse

Psychovegetative Beschwerden (Herz, Magen-Darm-Kanal), Unruhe, Schlafstörung

Fichte

Atemwegserkrankungen, rheumat. und neural. Schmerz, Verspannungen

Heublume

Degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparates

Kamille

Schleimhautentzündungen

Rosmarin

Hypotonie, Krampfadern

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